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HDCP Master Key geknackt/geleaked

Der für den verbraucherfeindlichen Kopierschutz HDCP eingesetzte Generalschlüssel ist geknackt. Nachdem der Key von einem Unbekannten auf Pastebin veröffentlicht wurde, war bis vor kurzem noch völlig unklar, ob es sich dabei um einen schlechten Scherz, oder tatsächlich um den wahrgewordenen Alptraum der Content-Mafia handelt. Am Mittwochabend wurde die Echtheit des Keys in US-Medien bestätigt.

Der IT-Konzern Intel, der an der Entwicklung von HDCP maßgeblich mitgewirkt hat, bestätigte dies dem Branchendienst "CNet". "Wir benutzen den Master Key, um Schlüsselpaare herzustellen, die sich im Einklang mit den Vorgaben befinden", sagte Sprecher Tom Waldrop.

Die High-bandwidth Digital Content Protection sichert unter anderem bei digitalen Verbindungen mit HDMI, DVI und Displayport über ein Schlüsselpaar ("Source" und "Sink") den Austausch von Sender und Empfänger.

Damit lassen sich einerseits illegale Raubkopien verhindern, andererseits können Aufzeichnungen von Blu-ray- oder Festplatten-Rekordern nicht verlustfrei auf ein anderes Medium kopiert werden. HDCP gibt Inhalte ausschließlich auf Fernsehern oder Beamern wieder, der Weg zu Rekordern ist versperrt.

Mit dem "Master Key" von HDCP ist der Kopierschutz - beispielsweise auf Blu-ray-Medien - zwar noch nicht umgangen, allerdings können damit originäre Schlüssel-Paare erzeugt werden, die eine Einschränkung des Signalflusses bzw. eine Unterdrückung bestimmter Funktionen nicht mehr vorsehen. So lässt sich dann beispielsweise ein digitaler Satelliten-Receiver zu einer Ausgabe des hochauflösenden Signals per HDMI an einen Blu-ray-Rekorder überreden - oder ein Fernseher zur Anzeige der Bilder, auch wenn ein HDCP-Chip nicht vorhanden ist.

Die Gefahr einer Annulierung der Schlüssel (das sogenannte "Revocation"-Verfahren) besteht nicht. Damit reagiert Hollywood bislang auf kompromittierte Keys. Blu-rays weigern sich in diesem Fall, auf entsprechenden Geräten abgespielt zu werden.

Twitter-Meldung "Master HDCP key released"

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die am Montag absetzte Twitter-Meldung "Master HDCP key released", die die Spekulationen in Gang gesetzt hatte, ausgerechnet von einem Account mit dem Titel "Intel Global PR" veröffentlicht wurde. Ob der Generalschlüssel tatsächlich geknackt oder nur entwendet wurde, ist noch immer unklar. Er wurde beim Online-Dienst Pastebin veröffentlicht, unter der Überschrift: "IS THE LEAKED HDCP MASTER KEY REAL?". Der Urheber ist unbekannt, es sei noch offen, wie der Schlüssel an die Öffentlichkeit gelangen konnte, sagte Waldrop.

Der Intel-Sprecher betonte bei "Cnet" gleichzeitig, dass er das HDCP-Verfahren noch immer für effektiv hält. Tatsächlich braucht es einiges Know-how und sehr viel technischen Sachverstand, um die Key-Paare zu generieren und zu implentieren. Insofern ist der Hack zunächst nur ein gefundenes Fressen für Hersteller, die sich die Abführung von Lizenzentgelten sparen wollen.

Für digitale Kopien von Blu-ray-Spielfilmen ist der "Master Key" übrigens nicht notwendig: Schon länger sind die dort eingesetzt Verfahren AACS und BD+ ausgehebelt worden, mit PCs und Software lassen sich alle Hollywood-Spielfilme kopieren. Unter anderem der Hersteller Slysoft bietet ein solches Werkzeug für den privaten Gebrauch an, dessen Einsatz in Deutschland aber verboten ist.

Schon vor Jahren hatte der Kryptografie-Experte Niels Ferguson behauptet, den "HDCP Master Key" extrahiert zu haben. Mit dem Einsatz von vier PCs und 50 entsprechenden Displays soll dies in weniger als zwei Wochen gelungen sein. Eine Veröffentlichung zog Ferguson damals nicht in Betracht.

Quelle: Satundkabel

Tags: master key, hdmi hdtv blueray, illegal kopie, raubkopie content industrie

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