16.05.2016: Es gibt ein paar Aktualisierungen auf unserem Blog! Die Underground Suchmaschine mit welcher ihr Seiten wie die Boerse oder Mygully durchsuchen könnt, wurde komplett überarbeitet. Die XXX Stream Liste wurde aktualisiert, tote Links mit neuen ersetzt, das gleiche gilt für die MP3 Suchmaschinen und die Liste mit den Android Apps wurde ebenfalls erweitert.

1337-Crew - Armee aus dem Kinderzimmer

Der wohl beste Bericht den ich zum 1337 Bust finden konnte. Alles was ich bisher gefunden habe, war nicht wirklich lesenswert. Besonders die Artikel welche man auf Gomopa findet, sind es absolut nicht wert. Erst ein falsches Foto sowie ein falscher Name, dann wieder nur Lügen und Gerüchte ect. Folgender Artikel hingegen ist wirklich sehr aufschlussreich und auch ein wenig sarkastisch geschrieben.

Das Bundeskriminalamt hat erstmals ein Hackerforum auffliegen lassen, das für Millionenschäden verantwortlich sein soll. Viele der Cybergangster wohnen noch bei ihren Eltern.

Er war ein Held. Mächtig, cool und scheinbar unverwundbar. Ein Herrscher, der den Ruf hatte, eine ferngesteuerte Armee aus Zehntausenden Zombierechnern zu dirigieren, die auf seinen Befehl mit Millionen Schrott-Mails und gezielten Massenattacken auch Web-Auftritte von Unternehmen lahmlegen könnte.

Sein Kriegsname ("13speedtest37") war ebenso sperrig wie gefürchtet, denn schließlich kontrollierte er angeblich einen der größten Online-Schwarzmärkte für Computerkriminelle. Und auf dem wurde so ziemlich alles angeboten, was verboten ist: gestohlene Bank- und Kreditkartendaten, Vorlagen für falsche Pässe und Führerscheine, Schadprogramme aller Art. Illegale Ware, mit der offenbar Millionenschäden angerichtet wurden.

Am vergangenen Dienstag wurde der gefürchtete 13speedtest37 im niederösterreichischen Provinzstädtchen Retz verhaftet - und erwies sich bei Licht betrachtet als ein etwas pummeliger 19-Jähriger, der gerade seinen Zivildienst beendet hatte.

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bonner Staatsanwaltschaft halten Dominik B. für den Drahtzieher und Administrator jener Kriminellenplattform im Internet, die er in jugendlicher Hybris "1337crew" genannt haben soll. Im Szene-Slang heißt die Ziffer 1337 "leet", was für "elite" steht. Selbstzweifel waren seine Sache offenbar nicht.

Während Dominik B. in Österreich verhaftet wurde, durchsuchten mehr als 200 Beamte die Wohnungen von 50 weiteren Beschuldigten in Deutschland, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. In München ging den Beamten Dominik H. aus Wien ins Netz, er gehört zu den wenigen Beschuldigten, die 13speedtest37 offenbar persönlich kannten.

Die mutmaßlichen Cyberkriminellen sind alle sehr jung, zwischen 15 und 26, und viele wohnen noch bei Mama und Papa. "Die meisten waren total überrascht, sie haben sich völlig sicher gefühlt", sagt BKA-Chefermittler Peter Stamm.

Die Razzia vom vergangenen Dienstag ist der hierzulande wohl spektakulärste Schlag gegen eine kriminelle Schattenwirtschaft, die in den Weiten des Internets gedeiht und den meisten der 54 Millionen deutschen Internetnutzer verborgen bleibt - es sei denn, sie werden ihr Opfer.
Dann tauchen auf der Kreditkarten-Abrechnung plötzlich Luxusuhren auf, die man nie bestellt hat, oder es verschwinden gar große Summen vom Girokonto. In vielen Fällen wurden die Zugangs- oder Kartendaten vorher illegal auf Online-Schwarzmärkten wie "Elite Crew" angeboten.

Das BKA geht davon aus, dass die Gefahr ständig steigt, im Internet zum Opfer zu werden. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind bereits fünf Prozent der Internetnutzer ausspioniert worden. Es geht um Zugangsdaten für Internetshops, Online-Banking oder soziale Netzwerke. Drei Prozent der Nutzer wurden schon durch Datendiebstähle oder Schadprogramme finanziell geschädigt.

Niemand kennt die Dimensionen dieser digitalen Schattenwirtschaft genau, doch Stichproben beunruhigen die Fahnder. So stießen Experten der Web-Sicherheitsfirma Symantec zwischen 2007 und 2008 bei ihren Streifzügen durch einige einschlägige Online-Foren auf Datensätze im Wert von 276 Millionen Dollar, insgesamt schätzt das Unternehmen den Umsatz der Branche auf mehrere Milliarden. Was als Handel mit Passwörtern für kostenpflichtige Pornoseiten begann, ist in Teilen längst zu einer modernen Form der Organisierten Kriminalität geworden.

Dominik B. kam nach zwei Tagen Untersuchungshaft wieder frei, offenbar hatte er ausgepackt. In einem E-Mail-Austausch mit dem SPIEGEL schrieb er am Freitag: "Ich habe einen Fehler gemacht, das war der größte Fehler meines Lebens." Mehr wolle er wegen der laufenden Ermittlungen nicht mitteilen.

Sein Hackerforum war noch bis Anfang der vergangenen Woche frei im Netz zu erreichen, und dass dort illegale Ware angeboten wurde, war kein großes Geheimnis. Selbst in nicht passwortgeschützten Bereichen wurde dort auf Gesprächsforen zum Thema "Passwort Cracking" verwiesen, es ging um "Online-Betrug", Schadprogramme und Hacker-Techniken, vor allem aber um die eine, alles dominierende Frage: "Wie komme ich schnell an Geld?" Kurz bevor die Seite vom Netz genommen wurde, hatten sich nach eigenen Angaben mehr als 18 800 Mitglieder registriert.

Illegale Online-Marktplätze wie "Elite Crew" unterscheiden sich nur durch die angepriesenen Produkte und den Jargon von "normalen" Web-Angeboten. "DE CC" etwa ist die Chiffre für deutsche Kreditkartendaten. Selbst markige Werbesprüche ("Europäische Kreditkarten mit Frischegarantie") sind üblich. So wird wie beim Online-Auktionshaus Ebay bewertet, ob ein Verkäufer "vertrauenswürdig" ist, also ob etwa seine Schadsoftware funktioniert oder sich mit den geklauten Datensätzen erfolgreich Ware ergaunern lässt.

Auch für diese Form des illegalen Handels gelten die Gesetze von Angebot und Nachfrage, die am Ende den Preis bestimmen. Die Sicherheitsfirma G Data Software hat unlängst eine eigene "Preisliste für Underground-Artikel" ermittelt. Kreditkartendaten kosten danach zwischen 2 und 300 Euro pro Datensatz, je nach Vollständigkeit. Ein geknackter Account des Online-Rollenspiels "World of Warcraft" ist je nach Spiellevel für 5 bis 30 Euro zu haben.

Dass sie die Grenzen zur Illegalität mit vielen ihrer Geschäfte längst überschritten hatten, war den Forenteilnehmern offenbar bewusst. Bereits im September gab einer von ihnen ausführliche Tipps, wie man sich bei Hausdurchsuchungen zu verhalten habe. Auch im offenen Internet gab es schon seit Monaten konkrete Hinweise auf "Elite Crew" und den großen Schattenmann 13speedtest37. In einem inzwischen gelöschten Wikipedia-Eintrag wurde die Seite als "eines der kriminellsten Foren in Deutschland" bezeichnet. Die Macher der "Elite Crew" schienen dieses Image zu genießen. In Anlehnung an ein russisches Cybergangster-Syndikat gaben sie sich den Beinamen "German Business Network".

Der reine Online-Handel scheint dem harten Kern der "Elite Crew" am Ende nicht mehr gereicht zu haben. Überall im Netz hinterließen sie Spuren mit ihrer Armada gekaperter Rechner, einem sogenannten Botnet, das nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts aus etwa 100 000 Computern besteht. Für 50 Euro am Tag oder 250 Euro die Woche, berichtet ein Insider, habe die "Elite Crew" ihre Rechnerarmee mit simultanen Massenanfragen ("Denial of Service") Angriffe auf bestimmte Web-Seiten fahren lassen - und diese damit teilweise wochenlang lahmgelegt.

Dominik B. und seine Komplizen fühlten sich auch deshalb so sicher, weil sie ihre Spuren im Internet professionell verschleierten. Doch die Ermittler konnten den Web-Anbieter in Moskau ausfindig machen, bei dem "Elite Crew" Computerkapazitäten angemietet hatte. Damit war ihnen der Schritt zur Enttarnung der Szene gelungen.

Dort haben sich die Nachrichten von den Durchsuchungen wie Schockwellen verbreitet. Tatsächlich überrumpelten die Beamten die Crew-Mitglieder; die Täter hatten keine Chance mehr, die auf einigen Computern installierte Verschlüsselungssoftware zu aktivieren. "Ich erwarte, dass sich aus den sichergestellten Daten Hinweise auf zahlreiche weitere Straftäter ergeben", sagt BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Doch auch er dürfte sich nicht der Illusion hingeben, dass mit dem Schlag gegen das Hackerforum das Problem gelöst sein könnte. Zwar kündigten andere dubiose Online-Märkte an, man werde wegen der "Unruhe" und "hysterisch" agierender Nutzer die eigene Seite zeitweise schließen.

Andere allerdings freuten sich, dass die Konkurrenz von der Polizei abgeräumt worden ist. "Wir sind von nun an das größte Carding-Forum in der deutschen Scene", heißt es in einer Mail in ungelenkem Deutsch, "bei uns findet ihr alles was es auf 1337crew gab nur mit mehr Niveau."

Quelle: Spiegel

Tags: 13speedtest37, 1337crew, 1337crew down, 1337-crew offline

Kommentare:

  1. Der Artikel ist wirklich gar nicht schlecht und beim Autor steckt sogar noch genug Ahnung dahinter alles realistisch und verständlich darzustellen. Man liest ja oft Artikel von Leuten die keine echt keine Ahnung haben ...

    Daumen Hoch ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Was viele falsch verstehen ist, dass sie nicht wirklich wegen dem Botnetzwerk hochgenommen wurden.
    Ermittelt wird wegen dem Forum sprich der Webseite, wo sie illegale Daten und sachen angeboten haben.

    AntwortenLöschen

ACHTUNG: Anonyme Kommentare werden nicht freigeschaltet! Bitte wählt aus der Dropdown-Liste "Name/URL" anstatt "Anonym". Mit "Name/URL" bleibt ihr ebenfalls anonym, jedoch kann so zwischen User A und User B unterschieden werden.

Gültige HTML-Tags: <a href="LINK">LINK TITEL</a> | <b>BOLD</b> | <i>KURSIV</i>